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So mischt „New Work“ unsere Digitalagentur auf

New Work ist das zentrale Schlagwort als Konsequenz der Digitalisierung unserer Arbeitswelt. Dies ist für uns als Digitalagentur besonders spannend, schließlich sind wir als Dienstleister unmittelbar und täglich an der Digitalisierung unserer Kunden beteiligt. Wir setzen uns fortwährend mit Veränderungen auseinander und finden Lösungen, um Unternehmen weiterzuentwickeln.

Wie wichtig Veränderung für uns Agenturen ist, steht schon in Claims wie „Weiter denken. Zukunft gestalten.“, „Sucessfully driving transformations“, oder „Neue Wege gehen“… Doch wie steht es um die Agenturen selbst, was verlangt der digitale Wandel von uns als Unternehmen und Unternehmer? Wie beeinflusst uns das, was wir unseren Kunden als „digitale Revolution“ verkaufen in unserem Arbeitsalltag? Ich möchte in diesem Artikel einige Ansätze zeigen, wie wir bei pixelcreation versuchen New Work zu etablieren und uns neu zu erfinden.

Wo fange ich an?

Wenn man betrachtet, welche Bereiche der Gesellschaft von der New Work-Diskussion erfasst werden, gewinnt man den Eindruck, dass das Thema aufgrund der Komplexität im Agenturalltag ohnehin nicht umgesetzt werden kann. Wir haben uns bei pixelcreation deshalb dazu entschieden, kleine Schritte zu gehen. Dabei ist uns das Bewusstsein wichtig, dass wir uns auf einem Weg und in einem kontinuierlichen Lernprozess befinden. Wir setzen uns bewusst nur kleinere Ziele für jedes Halbjahr, damit wir nicht zu viele Faktoren auf einmal verändern bzw. verändern wollen.

Den Ausgangspunkt jedes internen Strategietermins bilden unsere Werte. Wir gleichen  immer wieder ab, ob wir noch dahinter stehen können, finden Beispiele aus dem Alltag, wo wir uns an unseren Werten orientierten oder – bewusst oder unbewusst – davon abgewichen sind. Hieraus leiten wir unsere Strategie und unsere Zielsetzung ab. Diese versuchen wir offen und transparent zu kommunizieren.

People und Pixel

Digitalisierung sorgt meiner Meinung nach dafür, dass zwischenmenschliche Beziehungen an Bedeutung gewinnen. Einer unserer Werte ist „Persönlich(keit)“ – das heißt für uns, wir kennen unsere Kunden persönlich, so wie diese uns. E-Mails und unser Ticketsystem sind wichtig, persönliche Gespräche sind manchmal trotzdem zielführender. Wir benötigen keine Kundennummern oder Unterscheidungen in Kategorien. Uns interessieren die Menschen hinter den Unternehmen – wie es sich für einen guten Partner gehört. Dass uns dabei die Digitalisierung unterstützt und wir an jedem Arbeitsplatz alle relevanten Informationen aus unserem CRM zur Hand haben, versteht sich von selbst. Dabei ist uns der Schutz persönlicher Daten – sowohl für unsere Kunden als auch für deren Kunden – besonders wichtig. Seit Anfang des Jahres haben wir einen erfahrenen externen Datenschutzbeauftragten bestellt.

Persönlichkeit heißt für uns aber auch, dass wir unser junges Team weiterentwickeln. Dafür vereinbaren wir in den mindestens 2x jährlich stattfindenden Mitarbeitergesprächen konkrete Ziele. Daraus folgen Konferenzbesuche, Zertifizierungen, berufsbegleitendes Studium, Seminare. Was zur Weiterentwicklung einen Beitrag leisten kann, versuchen wir möglich zu machen. Das setzt auch voraus, dass wir uns untereinander sehr gut kennen (lernen). Team-Events wie Segeln auf dem IJsselmeer, Outdoor-Action im Ötztal oder ein verlängertes Wochenende in einer Finca auf Malle, so wachsen wir zusammen zusammen.

New Work = Maximal mögliche Freiheit

Was für uns aber das Wichtigste an New Work ist – und einer der größten Vorteile, den wir als relativ kleiner und flexibler Arbeitgeber bieten können: Maximale Freiheit im Arbeitsalltag. Das heißt nicht, dass wir keine festen Prozesse und Strukturen haben, mit denen wir arbeiten. Wir  haben z.B. zahlreiche Elemente aus agilen Projektmanagement-Methoden für uns adaptiert.

Zum einen geht es darum, dass wir weniger am Weg als am Ziel interessiert sind. Solange unsere Qualitätsstandards eingehalten werden, ist jeder dafür selbst verantwortlich, wie er seine Ziele erreicht und ob er sich dafür Hilfe holt. Schließlich hat er das Ziel mit seiner eigenen Planung selbst gesteckt. Zum anderen ist es bei uns immer möglich, auch mal mitten am Vormittag nach Hause zu gehen, wenn der Schornsteinfeger kommt oder vom Home Office aus zu arbeiten, wenn das Kind krank ist. Dass hierbei der Einzelne im Blick behält, was für die Agentur sinnvoll möglich ist, ohne dass Kunden darunter leiden, funktioniert sehr gut.

Die Grenzen der Freiheit

All diese Veränderungen erzeugen jedoch bei dem einen oder anderen Sorgenfalten. Was wir gelernt haben: Ein paar Konstanten braucht der Mensch. Bei uns sind das feste Meetings, feste Arbeitsplätze und weitestgehend feste Teams, die sich aneinander gewöhnen und miteinander immer besser werden.

Wir hatten durchaus Mitarbeiter/innen, die mit wenigen Regularien ihre Schwierigkeiten hatten. Mittlerweile legen wir aber schon bei der Personalauswahl viel mehr Wert darauf festzustellen, ob der Bewerber/ die Bewerberin die gewünschte Selbstständigkeit leisten kann. Bezüglich der Personalauswahl gilt immer das Vier-Augen-Prinzip. Ein Entwickler wird dadurch von seinem Kollegen, mit dem er täglich zusammenarbeiten wird, eingestellt. So kommen schon im Bewerbungsgespräch andere Fragen „unter Kollegen“ auf, die beiden Seiten helfen, die richtige Entscheidung zu treffen.

Wo bleibt das Digitale?

Wir sind eine Digitalagentur, ja. Wir haben aber unsere analogen Tools lieben gelernt. Besonders unsere drei Meter breite Lego-Planwand, an der wir komplette 12 Monate für alle Ressourcen planen können. Es geht bei New Work eben doch mehr um den Menschen und mehr um die Konsequenzen der Digitalisierung als um das Digitale selbst. Trotzdem sind wir als Digital-Experten gut beraten, uns hier zu öffnen und unser Know-How auch für uns selbst zu nutzen.

Über den Autor: Simon Künzel führt seit 2001 gemeinsam mit Philip Schriever die pixelcreation GmbH mit Sitz in Hannover. Als Digitalexperte engagiert er sich als Beirat im Marketing-Club Hannover, als Dozent für Online-Marketing an Hochschulen und als Initiator der in Hannover führenden Tagesveranstaltung für Digitalthemen, der Up-Date Konferenz.

1 Kommentare
  • Kai-Uwe Lehanka 08. Juni 2017

    Sehr interessanter Beitrag. Gerne würde ich mich mit Ihnen persönlich austauschen.
    Viele Grüße
    Kai-Uwe Lehanka
    Lehanka Kommunikationsagentur

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