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Drei Fragen, die die Agenturszene 2018 beschäftigen werden

Oktober 2017 – mein erstes Agenturcamp bei Microsoft in München. Der Austausch mit anderen Agenturvertretern war inspirierend und sehr lebhaft. Viele der Themen, die wir dort diskutiert haben sind bei uns in der Agentur schon länger auf der Agenda. Die drei wichtigsten, die unsere Agenturszene auch im kommenden Jahr noch mehr umtreiben werden, habe ich hier zusammengefasst. 

Der Agenturmarkt ist heiß umkämpft. Sowohl kleine als auch größere Agenturen erobern den Markt – mit z.T. ganz neuen Strukturen, Methodiken und Herangehensweisen. Gleichzeitig wird das Leistungsspektrum für uns Agenturen immer vielfältiger. Es ergeben sich immer wieder neue Disziplinen – nicht zuletzt durch die fortschreitende Digitalisierung.

Frage 1: Einer Netzwerk-Agentur anschließen oder eine gut vernetzte Agentur werden?

Eine zentrale Frage in diesem Zusammenhang ist, ob sich die kleinen Agenturen den großen zur Akquisition anbieten. Der Vorteil: Potenzielle Synergieeffekte von denen profitiert werden kann. Oder sich alternativ durch Spezialisierung „frei machen“ von Konkurrenzverhalten, Neid und reiner Profit-Denke. Für ein neues, kollaboratives Leben und vernetztes Handeln. Kollaboration kann schließlich Profis zusammenbringen und potenzielle Lücken des eigenen Leistungsportfolios schließen.

Frage 2: Ist Offshoring bzw. Nearshoring eine Lösung für den steigenden Kostendruck in der Agenturszene?

In den gleichen Zusammenhang fällt auch die Frage, ob man zunehmend Leistungsbereiche ins vermeintlich günstigere Ausland verlagern muss. Besonders beliebt ist hier aktuell die Sonderform des Nearshoring. Diese meint die Auslagerung von Arbeitsschritten ins osteuropäische Ausland für beispielsweise Entwicklung oder Grafik. Oder doch besser auf die eigene Qualität und Spezialisierung fokussieren statt dem Preiskampf nachzugeben? Das würde wieder bedeuten, dass sich spezialisierte Agenturen kollaborativ zusammenschließen müssen, um ihre Qualitäten gemeinsam herauszustellen und gegen die Niedrigpreis-Konkurrenz anzukommen.

Frage 3: Wie weit kann die Eigenverantwortung für Mitarbeiter in Bezug auf Arbeitszeiten gehen?

Nicht nur kundenseitig müssen Agenturen auch 2018 die Augen offen halten. Auch in Bezug auf Mitarbeiterführung und Recruiting neuer, vielversprechender Talente stehen Agenturen immer wieder vor der Herausforderung für das Arbeiten in der Agenturszene zu begeistern. Wir sind den Schritt gegangen, noch stärker auf die Eigenverantwortung der Mitarbeiter zu setzen. Im Rahmen der Vertrauensarbeitszeit haben wir ihnen mit sogenannten „Flexi-Verträgen“ die Möglichkeit zur freien Zeiteinteilung zu geben.

Trotzdem bleibt die Frage: Wie weit will und kann man mit dieser Flexibilität gehen? Schließlich werden Kundenprojekte noch immer nach dem Modell „Time/Material“ abgerechnet. Ohne transparente Zeiterfassung bleibt das schwierig. Vielleicht müssen also in der Zukunft auch neue Abrechnungsmodelle mit Kunden her, die den Arbeitsmodellen in Agenturen gerecht werden. Manch Auftraggeber ist dafür schon offen – ganz im Sinne des Vertrauens, auch dem Agenturpartner gegenüber… .

Ich bin gespannt, wie wir Agenturen mit diesen Herausforderungen in 2018 umgehen werden. Was für Erfahrungen haben andere Agenturen gemacht? Ich freue mich jedenfalls auf ein spannendes Jahr 2018, in dem sich die Agenturszene mit Sicherheit rasant weiterentwickeln wird!

Über den Autor: Frank Miller ist Managing Director bei der Agentur straight in München. Er ist ausgewiesener Experte für die Neuen Medien und Digitale Kommunikation mit mehr als 15 Jahren Berufserfahrung. Er ist verantwortlich für zahlreiche Internet-Auftritte, -Kampagnen und digitale Anwendungen.  Dabei hat er langjährige Erfahrung im Key Account Management nationaler und internationaler Unternehmen u.a. Bosch Hausgeräte.

Bildrechte: Das Agenturcamp, Florian Berwig / Pages Media

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