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Kommunizieren statt konkurrieren. Zwei Tage mit der besten Pizza diesseits der Alpen.

Als mich die Macher des Agenturcamps darum baten, einen Beitrag über das Agenturcamp 2018 in München zu schreiben, war mir schnell klar: Ein objektiver Beitrag wird das nicht. Also deklariere ich als Kommentar, bin sofort befreit von starren journalistischen Grundsätzen und kann rein subjektiv schildern, was die zwei Tage bei mir hinterlassen haben.

Gesprächsgruppen beflügeln

Ich war in München das erste Mal bei einem Agenturcamp, und das in einer Doppelrolle – zum einen als Kreativer, der die Kommunikationsbranche seit 20 Jahren sein berufliches Zuhause nennt, und zum anderen als Autor, der im Agenturcamp das Potenzial für neue und relevante Themen sieht. Somit war ich dann auch gleich doppelt beeindruckt: erstens von der kooperativen Energie, die das Agenturcamp bei den Teilnehmern entfacht, die sonst in scharfer Konkurrenz stehen, und zweitens von dem Overload an Input, der auf die Teilnehmer losgelassen wird. Wer noch nie ein Agenturcamp besucht hat, steht dem Format vermutlich ein bisschen ratlos gegenüber, denn das funktioniert so: Rund 100 Leute aus der Agenturszene treffen sich in einem Konferenzraum und werden mit einer schnellen Keynote von Curt Simon Harlinghausen zu dem Thema Digitalisierung gekickstartet. Danach dreht der Veranstalter Hans Gerhard Kühn das Frontalformat in ein kooperatives Brainstorming mit der simplen Bitte, die Stühle zueinander zu drehen und sich als Gesprächsgruppen zu formieren. Der Moment, in dem ich denke „das wird nie funktionieren“, ist aber in Wahrheit der Moment, in dem sich bei allen Teilnehmern offensichtlich alles entlädt, was sie beruflich und geschäftlich zurzeit bewegt. Aus diesem enormen Potenzial von 100 denkenden Köpfen werden dann die Themen definiert, über die man heute diskutieren möchte. Ganz egal, ob man sein Know-how anbieten oder es vertiefen will – es geht beides. Die sonst so strikten Grenzen zwischen den Agenturkonkurrenten existieren nicht mehr, bereitwillig teilt man Erfahrungen und eigenes Wissen. Dabei ist das Prinzip „Geben und Nehmen“ der Motor – nur wenn jeder bereit ist, etwas von sich der Community beizusteuern, kann auch etwas dabei herauskommen.

Sessions beeindrucken

Die Themen, die an den folgenden zwei Tagen in den verschiedenen Seminarräumen durchdiskutiert werden, sind so unterschiedlich, wie sich die Teilnehmerinteressen darstellen, betreffen aber tatsächlich die meisten: Pricing, Modern Workplace, digitale Prozesse, Knowledge-Transfer, virtuelle Teams, Lead-Generierung, Feedback statt Führung – die Liste ließe sich noch deutlich weiter fortführen. In den einzelnen Diskussionsrunden tritt dann das auf, was man momentan gerne als Schwarmintelligenz bezeichnet (wieso gibt es dafür eigentlich kein fancy englisches Wort?): Durch die gebündelte Branchenkompetenz finden sich immer valide Erfahrungen zum Thema, die alle weiterbringen oder Denkanstöße geben. Beeindruckend und auf jeden Fall die Reise nach München mehr als wert.

Technologie inspiriert

Was darüber hinaus einen echten Mehrwert des Agenturcamps darstellt, ist der Veranstaltungsort selbst: die Microsoft-Zentrale in München. Das klingt für manchen Agentur-Apple-Fan auf den ersten Moment wie der Heimatort des Antichristen – ist bei vorurteilsfreier Betrachtung jedoch ein Hightech-Campus, zu dem man so oft auch nicht Zutritt erhält. So konnte man sich zwischen den Seminar-Sessions im Gadget.Garden und Microsoft Technolgy Center technisch upgraden lassen und sehen, wo die digitale Welt hard- und softwareseitig angekommen ist. Zudem ließ sich die Gastfreundschaft von Microsoft gut genießen dank Backbone-schnellem Internet, modernsten Konferenzräumen und nicht zuletzt dank einer exzellenten Kantine, die eine Pizza serviert, die man wahrscheinlich jenseits der nahen Alpen auch nicht besser bekommt. Herzlichen Dank.

Olaf Ebeling
Freelancer, Creative Director und Autor aus Düsseldorf. Denkt für Marken und schreibt über das, was ihn besonders interessiert. Besonders gerne, wenn es zwei bis vier Räder hat oder mega- bis gigahertz getaktet ist.

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