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Ein  besonderer Fokus liegt auf folgenden Themen:

Kollektiv statt Abgrenzung. AgenturCamp mischt Düsseldorf auf.

Interview mit Lars Terlinden, Kompetenzzentrum Kultur- & Kreativwirtschaft Düsseldorf

Die Agenturen in Düsseldorf können nur gemeinsam dafür sorgen, dass der Agenturstandort nicht zum Auslaufmodell wird. Davon waren Lars Terlinden und sein damaliger Chef Michael Dimitrov fest überzeugt. Als Rainer Kunst im Jahr 2016 vorschlug, das AgenturCamp nach Düsseldorf zu holen, rannte er bei den beiden offene Türen ein. Lars Terlinden ist inzwischen Leiter des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft Düsseldorf. Im Vorfeld des vierten AgenturCamps am 5. und 6. Juli bei sipgate haben wir mit ihm über die Entwicklung des Camps und der Kreativ- und Agenturszene in Düsseldorf gesprochen.

Lars, wie hast du die Situation der Kreativwirtschaft Düsseldorf 2016 erlebt?

Die Düsseldorfer Community hatte es mit all' ihren Agenturen und Akteuren leider jahrelang versäumt, einen kooperativen Austausch aufzubauen oder gar zu pflegen. Es gab lange Zeit nur einzelne, kleinere und meist prestigeorientierte Formate, wenn überhaupt. Konkurrenz bestimmte das Geschäft und belebte leider stärker die Abgrenzung als das Kollektiv. Dabei kennen sich die handelnden Personen in der "Stadt der kurzen Wege" oftmals gut, zum Beispiel von gemeinsamen Stationen in der jeweiligen Biographie. Das AgenturCamp bot (zumindest habe ich es damals so wahrgenommen) die Chance, in einem sicheren Raum Einblicke zu gewähren und Eindrücke zu sammeln, zumal die meisten Akteure vor den selben unternehmerischen Herausforderungen standen und weiterhin stehen.

Im September 2016 hat das 1. AgenturCamp bei sipgate in Düsseldorf stattgefunden.  Was war für dich zurückblickend das Beeindruckendste an diesem ersten Camp?

Die Offenheit der Teilnehmer*innen, über ihre täglichen Herausforderungen zu sprechen, eigene Lösungen darzustellen und diese ohne Vorbehalte zu diskutieren. Wenn Wettbewerber sich (oftmals zur eigenen Überraschung) plötzlich als Kollektiv verstehen und offen nach den besten Lösungen für gemeinsame Probleme suchen - das ist schon etwas Besonderes.

Von Rainer Kunst und der Wirtschaftsförderung kam der Anstoß „Düsseldorf braucht ein AgenturCamp“. Was waren eure damaligen Intentionen?

Für die Wirtschaftsförderung bzw. das Kompetenzzentrum Kultur- und Kreatvwirtschaft bot das AgenturCamp eine gute Gelegenheit, einen Impuls aus der Wirtschaft mit überschaubarem Aufwand aufzunehmen und dabei mal etwas ganz anderes zu versuchen, als gewohnt. Die Stadt erhält immer wieder Angebote zur Beteiligung an großen Veranstaltungen, Preisverleihungen, Messen und solchen Formaten. Die Kosten sind meist hoch, die Wirkung, mal abgesehen von einer kurzfristigen Aufmerksamkeit, meistens gering. 

Das AgenturCamp bot damals die Chance, das Thema Networking und Sichtbarkeit in der für den Kreativstandort wichtigsten Branche mal glatt anders anzugehen - und ich bin froh, dass wir sie ergriffen haben.

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#agenturkollaboration 10./11.10.2019

Wie hat das AgenturCamp bisher gewirkt? Wo könnte es noch angreifen?

Kurz gesagt: Sehr positiv. In den drei Jahren, in denen wir uns als Partner beteiligt haben, ist hier eine Community in Düsseldorf und darüber hinaus entstanden, die sich aktiv und kreativ vernetzt und austauscht. Besonders erfreulich finde ich, dass aus diesem Kreis nun auch - auf Initiative eines Teilnehmers - ein regelmäßiges AgencyMeetup entstanden ist, bei dem die Themen des AgenturCamps weiter vertieft und verstetigt werden. 

Zur Frage "what's next?": Wie wär's mit einem internationalen AgenturCamp, mit den Partnern aus den europäischen Netzwerken der Agenturen? Düsseldorf als internationale Business-Metropole wäre dafür sicherlich ein perfekter Ort. Auch denkbar: eine Erweiterung in Richtung Mediaagenturen, Verlage, Startups... oder gar Kunden?! In diesem Sinne: Attacke! 

Von 2016 bis 2019 hat sich aus meiner Wahrnehmung viel in der Düsseldorfer Agentur- und Kreativszene getan. Was sind Entwicklungen, die so richtig Spaß?

Das Mindset vieler Akteure vor Ort. Seit einigen Jahren ist eine deutliche Öffnung insbesondere der Unternehmen der Kreativwirtschaft zu beobachten. Wo früher oftmals inhouse, exklusiv und nur auf Einladung genetzwerkt wurde, verbietet sich dieser Anspruch heute geradezu. Wie ein Werber neulich zu mir sagte: In Düsseldorf kann ich fast an jedem Tag der Woche kostenfrei hochwertigen Input erhalten. Ob Creative Mornings, Lean DUS, trivago academy, Creative Hive oder ein weiteres Format aus dem riesigen Spektrum der Meetups, Events und Plattformen - man kommt kaum hinterher mit dem Netzwerken. Das Interesse an einem Austausch mit Gleichgesinnten und die Neugierde an Innovationen sind dabei Elemente, die auch das AgenturCamp beispielhaft repräsentiert. Das macht Spaß!

Was habt ihr denn noch an Ideen und Projekten für Düsseldorf in der Pipeline? 

Puh, wie viel Platz hab' ich denn...? Spaß bei Seite, lass mich ein Thema rauspicken, das ich für besonders wichtig halte: Räume und Flächen. Für mich steht das ganz oben auf der Agenda, weil der Druck enorm ist, vor allem der zeitliche. Ob Atelier oder Proberaum, coole Off-Location oder stylischer Corporate-Hub, Agentur-Loft, Startup-Campus, Filmstudio, Musikclub oder Subkultur-Raum: Wenn wir den Kreativstandort Düsseldorf sichern und weiterentwicklen wollen, braucht all das gesicherten Platz zur Entfaltung. Das KomKuK wird sich deshalb stärker mit diesem strukturellen Thema beschäftigen und versuchen, den Akteuren der Kultur- und Kreativwirtschaft im Wettbewerb um die knappe "Ressource Raum" mehr Gehör zu verschaffen. Dafür bereiten wir gerade ein Barcamp (!) vor, für Ende Juni 2019, Titel "Kreativ/Raum/Düsseldorf". 

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Vielen Dank Lars für das Interview und die anregende, offene Zusammenarbeit. Wir sehen uns am 5./6.07. beim 15. AgenturCamp bei sipgate in Düsseldorf!

Lars Terlinden leitet das Kompetenzzentrum Kultur- & Kreativwirtschaft (KomKuK) der Wirtschaftsförderung Düsseldorf. 


Wir danken unseren Camp- und Medienpartnern: