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DasAgenturCamp


Was passiert, wenn Agenturen
anfangen zu bauen?

20. und 21. Januar 2026

Ein Rückblick auf DasAgenturCamp im ZKM Karlsruhe

Keine Bühne, keine Frontalbeschallung: Im ZKM Karlsruhe saßen 40 Agenturinhaber und Führungskräfte im offenen Kreis – die Teilnehmer waren die Agenda.

1. Ein Kraftort gegen das vertraute Konferenz-Rauschen

Wer im Januar 2026 den denkmalgeschützten Hallenbau des ZKM (Zentrum für Kunst und Medien) in Karlsruhe betrat, spürte sofort: Das hier ist kein gewöhnliches Branchenevent. Keine Messehallen-Hektik, keine Sponsoren-Roll-ups, keine Verkaufs-Pitches. Zwischen gigantischen Lichthöfen, interaktiven Medieninstallationen und historischer Industriearchitektur trafen sich rund 40 Inhaberinnen, Inhaber und Führungskräfte aus Agenturen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum.

Der Anlass war dringlicher denn je: Eine Branche im Umbruch, getrieben von rasanter KI-Entwicklung, wirtschaftlicher Unsicherheit und erodierenden Geschäftsmodellen. Doch statt der üblichen Berater-Rezepte und Keynote-Versprechungen bot das AgenturCamp etwas Radikales: Einen geschützten Raum für ungeschminkte Offenheit, das Eingeständnis von Nichtwissen und das gemeinsame Ringen um neue Wege.

  

Der Ort als Impulsgeber: Kunst und Code im ZKM lieferten den Spiegel für festgefahrene Denkmuster.

2. Tag 1: Die realen Spannungsfelder auf den Tisch legen

Der erste Tag begann dort, wo echte Veränderung anfangen muss: bei der ungeschönten Realität. Beim offenen Session-Pitching wurden keine Hochglanz-Cases präsentiert, sondern die realen Spannungsfelder des Agenturalltags aufgeschrieben.

In den ersten Runden ging es direkt an die harten Widersprüche des Alltags: Wie optimiert man das bisherige, erfolgreiche Geschäft weiter, während KI die Produktionslogik auf den Kopf stellt? Wie führt man Teams durch permanente Unsicherheit? Und wie wagt man sich mutig auf völlig neues Terrain, ohne die bestehende wirtschaftliche Basis zu gefährden?

Ergänzt wurde der brancheninterne Diskurs durch den Blick über den Tellerrand: Einblicke in globale Entwicklungen (frisch vom Weltwirtschaftsforum in Davos und der DLD) sowie die Diskussionen mit den ZKM-Machern zeigten, wie sehr sich die Spielregeln weltweit verschieben.

„Das Stärkste ist nicht, wenn eine Agentur behauptet,
für alles die perfekte Lösung zu haben,
sondern wenn man gemeinsam aushält,
was man noch nicht weiß, und trotzdem mutig losgeht.“

  

  

3. Die Wende: Vom Reden ins Herstellen (Die MARS!-Expedition)

Dass reine Sprach-Diskussionen oft nur vorhandene Denkstrukturen reproduzieren, wurde am zweiten Tag aufgebrochen: Das Camp wechselte in den Co-Creation-Modus.

Im ZKM | HertzLab trafen die Agenturmenschen auf Tina Lorenz und das Team der MARS!-Expedition – ein Projekt, bei dem Bürgerinnen und Bürger in mehreren Stufen Modelle für ein künftiges Zusammenleben auf dem Mars entwickeln.

Hier passierte das Entscheidende: Anstatt wochenlang über Konzepte zu diskutieren, wurde direkt gebaut, gezeichnet und physisch modelliert. Die Erkenntnis des ersten Schritts floss unmittelbar in den zweiten ein.  Für viele Teilnehmer war das der Schlüssel-Moment: Das physische Herstellen von Prototypen erzwingt Entscheidungen, die man im reinen Diskutieren gerne vermeidet. Es zeigte eine funktionierende Methode, wie Agenturen und Kunden künftig auf völlig unkartiertem Gelände gemeinsam Neues erschaffen können.

4. Tag 2: Verdichtung und Mut zur Zuversicht

Aus der Suche von Tag 1 und dem praktischen Arbeiten im HertzLab entwickelte sich an Tag 2 eine völlig neue Energie. Die Gespräche wurden leidenschaftlicher, fokussierter und ergebnisorientierter.

Es ging nicht mehr um die Abwehr von Veränderung, sondern um das offensive Ergreifen neuer Rollen: Weg von der austauschbaren Werkbank, hin zum strategischen Begleiter auf Augenhöhe.

Ob Sessions zu neuen Zusammenarbeitsmodellen, n8n-Automatisierungen oder radikaler Neupositionierung: Überall entstand der Wille, alte Werkzeuge loszulassen und neue Wege tatsächlich im eigenen Agenturalltag zu erproben.


Austausch auf Augenhöhe:
Leidenschaftliche Debatten über Führung
und Verantwortung im Wandel.

5. Das Dazwischen: Wo Vertrauen Wirklichkeit wird

Der vielleicht wertvollste Teil des AgenturCamps fand jenseits der offiziellen Session-Slots statt: in den Kaffeepausen, auf den Holzpodesten des Hallenbaus und beim gemeinsamen Abendessen vor der illuminierten Medienwand.

Hier entstanden Kooperationen, Freundschaften und das gemeinsame Verständnis, dass man mit den eigenen Fragen nicht alleine dasteht.




6. Was bleibt: Ein neuer Kompass für die KI-Zeit

Zwei Tage ZKM haben gezeigt: Das AgenturCamp ist kein Wohlfühl-Event, sondern eine Werkstatt für die Zukunft. Es liefert keine Patentrezepte, sondern schärft das Urteilsvermögen.

Die drei wichtigsten Erkenntnisse der Tage in Karlsruhe:

  • Nichtwissen ist kein Mangel, sondern der Ausgangspunkt: Wer aufhört, fertige Lösungen vorzutäuschen, gewinnt die Freiheit, gemeinsam mit Kunden wirklich Neues zu wagen.
  • Herstellen schlägt Beschreiben: Prototyping und physisches Modellieren brechen Denkblockaden schneller auf als monatelange Strategiepapiere.
  • Echte Präsenz ist unersetzbar: In einer digitalisierten Welt wird der persönliche, geschützte Raum zum wertvollsten Differenzierungsmerkmal.

Das AgenturCamp ist kein Wohlfühl-Event,
sondern eine Werkstatt für die Zukunft.

© ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe, Foto: Chiara Bellamoli

Vom Modell zur Realität: Die MARS!-Expedition geht weiter.

Das im ZKM entwickelte Mars-Habitat wird vom 15. bis 27. Oktober 2026 auf dem Karlsruher Marktplatz als begehbare Realität aufgebaut. Als Marsplatz ein reales Experiment für Co-Creation im öffentlichen Raum.

Wir nehmen diesen Faden auf: Im Oktober treffen wir uns mit einem kleinen Kreis von Agenturinhabern vor Ort, um das Experiment live zu erleben und den Transfer in die eigene Praxis weiterzutreiben.

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